Alain Delon

Am 8. November 1935 wurde Alain Delon in Sceaux, Île-de-France geboren. Berühmt wurde der französische Filmschauspieler durch seine Filme in den Jahren 1960 bis Ende 1970 und durch seine Beziehung zu Romy Schneider. Alain Delon spielte meist einen eiskalten Mann, sei es als Gangster oder Soldat – eine Rolle, die er seit seinem 1967 in den Kinos gezeigten Film “Eiskalter Engel” spielte und die ihm auf dem Leib geschnitten war.

Delon wuchs bei Pflegeeltern auf, nachdem sich seine Eltern kurz nach seiner Geburt getrennt hatten. Von sechs verschiedenen Schulen wurde Delon “gefeuert” und so musste er, nachdem seine Pflegeeltern verstorben waren, er in ein Internat. Seinen Militärdienst leistete er bei der Marine von 1952 bis 1956 ab. Während dieser Zeit (1953/54) wurde er auch im Indochinakrieg (Vietnam) eingesetzt.

Nachdem er den Militärdienst abgeleistet hatte, nahm er Schauspielunterrichtung und arbeitete auf dem Gemüsegroßmarkt Les Halles in Paris. Seine Beziehung mit Romy Schneider – eine Beziehung von Schlagzeilen begleitet, dauerte von 1959 bis 1964. Im Jahre 1964 heiratete er die Schauspielerin Nathalie Delon, doch die Ehe dauerte nur bis 1968. Aus dieser Ehe ging ein Sohn hervor, Anthony Delon, der am 30. September 1964 geboren wurde. Anthony Delon, der auch Filmschauspieler ist und in diesem Metier seit 1987 tätig ist, ist jedoch weitgehend unbekannt und kann an die Erfolge seines Vaters nicht anknüpfen.

Mit Mireille Darc hatte Alain Delon in der Zeit von 1969 bis 1984 eine Beziehung, die jedoch ebenfalls in die Brüche ging. Die zweite Ehe, die 1987 geschlossen wurde, ging Alain Delon mit dem holländischen Model Rosalie van Breemen ein, aus der zwei Kinder hervorgingen. Am 25.11.1990 wurde Anouchka geboren und vier Jahre später, am 18.03.1994 Sohn Alain-Fabien. Auch diese Ehe ging nicht gut und dauerte bis 2002.

Siegertypen haben oft das Problem, dass sie als Vater für Kinder angegeben werden, die sie nicht gezeugt haben. So gab Nico, eine deutsche Pop-Künstlerin an, dass Alain Delon der Vater ihres Sohnes Aaron Päffgen (geb. 1962) sei. Bis heute streitet Delon diese Vaterschaft ab, was zum Zerwürfnis mit seiner Mutter, Edith Boulogne, führte. Bei ihr wuchs Aaron (Ari) Päffgen in den 1960er-Jahren größtenteils in der Nähe von Paris auf. Jahre später adoptierte ihn die Familie.

Im Jahre 1968 machte Alain Delon wieder Schlagzeigen. In diesem Jahr wurde sein jugoslawische Leibwächter und Freund Stephan Marcovic, der auch der Geliebte von Alain Delons Frau gewesen sein soll, ermordet. Alain Delon war in seinen Filmen als Gangster sehr erfolgreich und wurden ihm durch die Boulevard-Presse Verbindungen zur Unterwelt unterstellt – Beweise gab es keine und es konnten auch keine Beweise vorgelegt werden

Politisch ist Alain Delon, so bezeichnet er sich selbst, ein französischer Patriot. Napoleon Bonaparte, Charles de Gaulle verehrt er sehr und bewundert gleichzeitig Jean-Marie Le Pen, einen extrem rechten Politiker. Auch wird dieser von Delon unterstützt – vielleicht deshalb, weil auch Jean-Marie Le Pen – wie Delon auch – als Soldat im Indochinakrieg gedient hatte. Alain Delon ist ein vielbeschäftigter Mann, auch wenn er nicht mehr so oft in den Kinos oder im Fernsehen zu sehen ist. Er leitet seinen eigenen Rennstall und veranstaltet Boxkämpfe. Außerdem werden Cognac, Parfums und Champagner von ihm vermarktet.

Sehr lange hat Alain Delon in Genf gelegt und hat auch seit März 2000 die Schweizer Staatsbürgerschaft. Derzeit lebt er wieder in Frankreich. Im Département Loiret im Ort Douchy lebt auf seinem Anwesen mit seinen vielen Haustieren zurückgezogen.

Wegen Herzproblemen musste sich Alain Delon im Jahre 2005 stationär im Krankenhaus behandeln lassen. Etwa zu dieser Zeit waren seine Interviews nicht mehr so strahlend, denn er war einsam und beklagte diesen Zustand und über das Thema Selbstmord konnte er stundenland philosophieren. Er verspürt eine Müdigkeit und ist traurig über den Tod seiner Freunde und einer Familie, die auseinandergebrochen ist.

Seiten ersten Erfolge

Seine erste Filmrolle war eine Nebenrolle, in der er einen Mörder spielte. Im Jahre 1957 gab Alain Delon in dem Film “Die Killer lassen bitten” ein Schauspieldebüt und erhielt sein Image, das ihn noch Jahre verfolgen sollte und mit dem er von seinem Publikum identifiziert wurde. Alain Delon traf auf Romy Schneider im Jahre 1958, als der Film Christine gedreht wurde. In der Rolle des Tom Ripley, einem skrupellosen, aber smarten Gangster, den er in “Nur die Sonne war Zeuge” im Jahre 1960 drehte, überzeugte er nicht nur das Publikum, sondern auch seine Kritiker. Patricia Highsmith, die den Roman zum Film schrieb, hat ihn als den Interpreten bezeichnet, der ideal den vielschichtigen Charakter der Figur des Tom Ripley umgesetzt hat.

Mit diesem Film gelang Delon der internationale Durchbruch im Filmgeschäft und so spielte er im gleichen Jahr die Hauptrolle im Film “Rocco und seine Brüder”, einer Sozialstudie von Luchino Visconti. Mit diesem Film wurde Delon ein Star und Frauenschwarm – er wurde für die smarte Männlichkeit zum Inbegriff.

In den 60er Jahren drehte Delon einen Film nach dem anderen

Neben Burt Lancaster spielte im Jahre 1963 Alain Delon im Film “Der Leopard”, ebenfalls ein Werk von Luchino Visconti. Für diese Rolle wurde Delon für den Golden Globe Award in der Kategorie als “Bester Nachwuchsdarsteller” nominiert. Jetzt versuchte er auch in den USA und speziell in Hollywood eine Karriere zu starten. Gedreht wurde im Jahre 1964 “Der gelbe Rolls-Royce“; doch Delon kehrte schnell wieder Hollywood den Rücken zu und kehrte nach Frankreich zurück. Hier spielte er in einigen Kriegsfilmen mit und zeigte sich auch als Nachfolger von Gérard Philipe in der Rolle eines Helden mit Mantel und Degen, den er in “Die schwarze Tulpe” spielte überaus erfolgreich. Auch als Produzent betreute Delon viele Filme, wobei sein erster “Die Hölle von Algier war.

Seine zwei wichtigsten Rollen spielte Delon im Jahre 1967. An der Seite von Lino Ventura verkörperte er im Film “Die Abenteurer einen jungen Goldsucher und in “Der eiskalte Engel” die Figur des Jeff Costello, einem Auftragskiller. Hier erhielt er sein Image als Todesengel, eiskalt und bekleidet mit einem Trenchcoat.

Ende der 60er bzw. Anfang der 70er Jahre erreichte Alain Delon den Gipfel in der Schauspielkarriere. Mit Romy Schneider spielte er im Jahre 1968 im Film “Der Swimmingpool einen Berufskiller, eine Rolle, die er auch im “Clan der Sizilianer” neben Jean Gabin und Lino Ventura verkörperte. Im Film “Borsalino”, der im Jahre 1970 in die Kinos kam, standen zwei Superstars nebeneinander – Alain Delon und Jean-Paul Belmondo. Die Kinokassen freuten sich, wenn Filme von Delon in die Kinos kamen, denn diese Filme füllten die Kassen.

Die erfolgreichen 1970er Jahre

Die 70er Jahre waren eine Zeit, in der Delon Abenteuer- und Kriminalfilme, meist kommerziell ausgerichtet, drehte. Bekannt wurden die Filme “Rivalen unter roter Sonne” aus dem Jahre 1971, sowie” Scorpio, der Killer“, der 1973 die Kinos füllte und natürlich “Zorro”, der 1975 zum Kassenschlager wurde. In den 70er Jahren versuchte sich Delon an Streifen, die künstlerisch ambitioniert waren und von den Kritikern hoch gelobt wurden – allein das große Publikum lehnte diese Filme ab. So wurde Delon wieder, wie es sein Image verlangte, der Killer, der Einzelgänger. Ein super Leistung zeigte er im Film “Endstation Schafott” neben Jean Gabin, in dem er einen Todeskandidaten spielte.

Die 80er Jahre und die Jahre danach

Auch als Sänger versuchte sich Delon im Jahre 1980 und sang u. a. mit Dalida ein Duett. Doch die Gesangskarriere kam nicht so richtig in Schwung. Dafür wurden seine Filme wieder erfolgreich und Delon trat auch in Nebenrollen auf, wie z. B. im sowjetischen Film “Teheran 43″, in dem den Kommissar Foche spielte. Neben diesen Filmen drehte er auch actionbetonte Streifen, wie den unter der Regie von Jean-Luc Godard gedrehten Film “Der Panther”. Einen weiteren Film unter dem gleichen Regisseur drehte er mit dem Titel “Nouvelle Vague”. Sein erster Film, in dem er Regie führte, war “Rette deine Haut”, der 1981 gedreht wurde. Bereits 1983 inszenierte Delon zwei Filme und zwar “Der Schock” und der “Der Kämpfer”.

Seine Karriere verblasste in den späten 1980er Jahren und nur noch sporadisch trag Delon als Schauspieler auf. Es gäbe kaum guten Drehbüchern und so suchte er einen Neustart als Popsänger. Damit hatte er sogar 1987 mit seinem Album “Comme au cinéma” Erfolg. Noch einmal spielten die beiden größten Schauspieler Frankreichs im Jahre 1998 – Alain Delon und Jean-Paul Belmondo – gemeinsamt in der Komödie “Alle meine Väter”, ein Film, der die deutschen Kinos nicht erreichte.

Seit 2001 spielt Alain Delon auch Fernsehproduktionen wie z. B. in verschiedenen Krimiserien. Immer wieder hat er erklärt, dass er sich vom Kino zurückziehen werde. Grund dafür sei seine Unzufriedenheit mit der Qualität der französischen Filme. Mit seinem Rücktritt war es nicht allzu weit her, denn bereits im Jahre 2008 spielte er im Kinofilm “Asterix bei den Olympischen Spielen” den Julius Caesar. Für den französischen Fernsehsender TF1 drehte Delon 2010 einen TV-Film mit dem Titel “Un mari de trop!” mit Lorie Pester, einer französischen Schauspielerin.

Die Auszeichnungen seiner Karriere

Alain Delon erhielt während seines Schaffens einige Auszeichnungen. Als “Bester Darsteller “erhielt er 1962 den Étoile de Cristal (Film: Halt mal die Bombe, Liebling). Nur zwei Jahre später wurde er für den Golden Globe Award nominiert für seine Rolle im Film “Der Leopard II” für die Kategorie “Bester Nachwuchsdarsteller”. Und einundzwanzig Jahr später, im Jahre 1985 wurde er in der Kategorie “Bester Hauptdarsteller” (Film: Geschichte eines Lächelns) mit dem César ausgezeichnet. Zwei Jahre später – 1987 – erhielt Delon den Bambi sowie in den Jahren 1995 den Goldenen Ehrenbär für sein Lebenswerk und die Goldene Kamera für sein Lebenswerk im Jahre 1998. Die letzte Auszeichnung – den Lifetime Achievement Award DIVA-Award erhielt er 2006.

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